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Headbanging is an ancient tradition!
Festivalbericht: SUMMER BREEZE Open Air 2010 PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 27. August 2010 um 00:00 Uhr

Ein Festival-Bericht vom 18. - 21.08.2010

Wir waren im bayrischen Dinkelsbühl. Die Nackenschmerzen und das Pfeiffen im Ohr lassen es vermuten: Wir haben mit weiteren 30‘000 Festivalbesuchern einmal mehr 4 Tage Musik und Party vom Feinsten hinter uns! Auch dieses Jahr hat es an fast nichts gefehlt, die Veranstalter haben mit dem Billing wieder den Geschmack eines jeden Metal-Fans getroffen.

Bereits am Mittwoch wurde die Pforte zum Campingplatz geöffnet. Wer die Geduldsprobe während der Hinfahrt überstanden hatte, konnte wirklich froh sein. Wegen eines Unfalls wurde die ganze Autobahn für einige Zeit gesperrt – Reisezeiten von 6 – 8 Stunden aus dem Süden Deutschlands waren also nicht wirklich etwas Besonderes. Und wie wir es bereits von einem anderen, grossen Metal Open-Air aus dem Norden kennen, lassen sich Metaller dadurch nicht ihren Spass verderben! Auto stehen lassen und Party mit den netten „Auto-Nachbarn“ feiern…  bis es dann nach knapp 2 Stunden Schritt für Schritt wieder weiter in Richtung Dinkelsbühl ging.

Leider mussten sich die Besucher nach den Strapazen vor dem Campingplatz noch einer Gepäckkontrolle unterziehen, so dass weitere Wartestunden den Tagesablauf verzögerten. Die Veranstalter versuchten so zu vermeiden, dass unerwünschte Gegenstände wie Glas, Megaphone und Waffen auf das Festivalgelände geschmuggelt werden. Da aber (glücklicherweise) sowieso nicht die Zeit blieb, das gesamte Gepäck zu durchsuchen, könnte man darauf beim nächsten Event wirklich verzichten.

Wie gewohnt ist Camping direkt beim Auto möglich, somit konnte sich niemand über zu wenig Infrastruktur beklagen! Der Sturm kann kommen! Und wer sich auf dem grossen Campinggelände einmal verlaufen hat, konnte sich an den zahreichen Towers mit Campsite-Beschriftung sehr gut orientieren. Selbstverständlich war auch dieses Jahr wieder für saubere Klos (Kritikpunkt: Vielleicht ein bisschen wenige für so viele Leute) und Trinkwasser gesorgt – auf dem Gelände selbst gab es zwei Supermärkte mit den wichtigsten Gebrauchsgegenständen.

Also los, geschlafen wird trotz der anstrengenden Hinreise auf keinen Fall! Bereits an diesem Tag war Sound auf der Party-Stage angesagt. Um 15:30 Uhr begann das Programm im Zelt – die Finalisten des diesjährigen NEW BLOOD AWARD konnten für jeweils 20 Minuten ihre Performance zum Besten geben! Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die „grossen“ unter den Festivals den „Kleinen“ eine Chance geben, sich im besten Licht zu präsentieren!

Wer Lust auf Metal-Covers mit alternativen Instrumenten hatte, vergnügte sich zu dieser Zeit bereits an SMACK BALLZ, bevor am Abend mit RAGE, UNLEASHED, SUFFOCATION, EQUILIBRIUM (erstmals mit neuem Sänger und Drummer unterwegs) und weiteren Top Acts dann richtig eingefeiert werden konnte.

Richtig, RAGE. Schade, hat die Band keinen besseren Platz im Running Order erhalten, zählen die Jungs doch zu einer festen Grösse in der deutschen Metalszene.

Das Zelt der Party-Stage war zu dieser Zeit gnadenlos überfüllt – wer Angst vor Schweiss hat, war fehl am Platz. Leider gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt: Während die Bands auf der Party-Stage ihre Songs spielten, war die Musik an der Camel Stage teilweise so laut, dass man sich davon beim Konzert gestört fühlte.

Nichts desto trotz war es ein gelungener Auftakt des SUMMER BREEZE 2010.

Nach einer wohlverdienten Ruhepause ging es an diesem Donnerstag Morgen bereits um 11 Uhr in die nächste Runde. Das eigentliche Festivalgelände war nun allen Besuchern zugänglich. Perfekt für alle, die sich noch einmal in Ruhe das Gelände und die Merchandising-Stände anschauen wollten. Es war ein vielversprechender Anblick: Main- und Painstage, dazwischen eine Videowall, wo alle Konzerte der Hauptbühnen übertragen wurde. Man musste sich also (ausser natürlich für seine Lieblingsbands) nicht für jeden Act zur Bühne vorkämpfen.

Ein richtiges Kompliment gibt es für das vielseitige Angebot an Essen: Burger, Kebap, Pizza, Nudeln und vieles mehr war für gemässigte Preise erhältlich. Was natürlich auch nicht fehlen durfte, war ein Metal-Markt, welcher gleich neben dem Festivalgelände aufgebaut wurde.

Im Partyzelt ging es dann schon mit FEUERSCHWANZ los. Mit ihren mittelalterlichen Klängen und Gesängen war es für die Metaller kein schwieriges Unterfangen, die Fans etwas locker werden zu lassen. Das war bei dem tiefen Sumpf im Zelt auch dringend notwendig, wollte man nicht im Schlamm stecken blieben.

Weiter zur Painstage, wo BLEEDING RED (Die Gewinner des New Blood Awards vom Vortag) die Bühne während 30 Minuten einweihen durften. Gleich danach konnte auch endlich der erste Gig auf der Mainstage bewundert werden: BARREN EARTH machte dieses Jahr mit ihrem Progressive Death-Metal den Anfang und löste erste Begeisterungsstürme unter den langhaarigen Festivalbesuchern aus! Schweiss und noch mehr Schweiss drückte aus den Drüsen – das Wetter war auch am diesem Donnerstag so, wie man es sich für ein Open Air wünscht!

Wie gewohnt gab es bei den beiden Hauptbühnen natürlich KEINE Überschneidungen. Es war also für alle möglich, alle seine Top Acts zu sehen, ohne sich für eine der beiden Bühnen entscheiden zu müssen.

Weiter im Programm ging es mit DREAM EVIL aus Schweden – und damit wurde das Billing auch erstmals allen Power Metallern in den Reihen gerecht. THE CHOSEN ONES und THE BOOK OF HEAVY METAL folgten dem Running Order mit kraftgeladenen, hymnischen Klängen und sorgten für ausreichend Melodie, bevor es weiter zu einem schnelleren und härtenen Act ging: NAPALM DEATH! Die Altmetaller machten den Spagat zwischen Klassikern und neuem Songmaterial! Für eingefleischte Fans dürfte dies der Höhepunkt des Abends gewesen sein!

Später des Tages kam erneut Freude auf. DIE APOKALYPTISCHEN REITER heizten nochmal so richtig ein! Die Menge vor der Stage bebte – und Crowdsurfing wurde zum Massensport. Das muss ein Bild gewesen sein! Und nicht zuletzt wurde die Bühne von Frontman "Fuchs" bei der Zugabe „Seemann“ von weiblichen Fans gestürmt.

DARK TRANQUILITY war an der Reihe. Während einer Stunde wurden wir mit teilweise doomigem und düsterem, teils auch mit Nackenbrechergeprügel vorsorgt. Etwas schade, dass viele alte Klassiker den neuen Songs weichen mussten. Dennoch war das ein überzeugender Auftritt.

Auf das haben wir uns den ganzen Tag schon gefreut: SUBWAY TO SALLY breitet sich auf der Bühne aus. Die Multitalente um Eric Fish scheinen sich auf grossen Stages sichtlich wohl zu fühlen. Mit einer gross inszinierten Bühnenshow und sehr, sehr viel Feuer sorgte Subway für bombenheisse Stimmung. 

Um 23 Uhr war wegen Nachtruhe dann auch fertig auf den grossen Bühnen. Wer noch nicht Müde war, konnte sich noch die ganze Nacht in der Partystage einen rein saufen! Vorausgesetzt natürlich, man hat mit dem Gestank und dem inzwischen zum Schlammloch gewordenen Platz kein Problem.


Mit Traumwetter und viel Sonnenschein begrüsste der Freitag die Besucher schon um 11 Uhr, als CUMULO NIMBUS die Painstage betrat. Nach und nach füllte sich der Platz vor den Bühnen wieder. Frisch ausgeschlafen und nach einem (Bier-)Frühstück gestärkt konnten sich die meisten Metaller wieder den Bands widmen. INME, MONO INC., DEADSTAR ASSEMBLY und LETZTE INSTANZ sind die ersten Acts an diesem vielversprechenden Tag. Langweilig wird es heute garantiert niemandem.

Wer nach den Openern noch nicht so richtig in Stimmung gekommen ist, konnte dies nun ändern: FIDDLERS GREEN rockten die Menge mit ihrem "Irish Speedfolk" beinahe in den Boden. Circle-Pits und Crowdsurfern ohne Ende. 

Während die Menge vor den Bühnen immer wieder mit Wasser aus Feuerwehrschläuchen abgekühlt wurde, war mit ENSIFERUM auch ein würdiger Vertreter des Viking-Metal im Billing. Die aus Finnland stammende Band hat die Gunst der Fans mit einem sauberen Auftritt für sich gewonnen!

Nach einer eher ruhigen Stunde mit ANATHMEA widmen wir uns wieder den technischen Death Metallern CANNIBAL CORPSE zu. Wie immer konsequent und brutal, treiben die US-Amerikaner die Nackenmuskeln jedes Fans zu Höchstleistungen an. DAS ist METAL.

So, nun wird es wieder etwas gemächlicher: Kurz nach 19 Uhr betreten END OF GREEN die Painstage, um das Release von ihrem neuesten Album „High hopes in low places“ mit all ihren Fans - die harten Metaller verlassen Fluchtartig den Bereich vor der Bühne - zu feiern. Na wenn das keine Tränen gibt...  :)   

HYPOCRISY und GORGOROTH konnten zwar auch eine beachtliche Leistung zeigen, leider war der Sound aber teilweise ziemlich leise. Und während HEAVEN SHALL BURN inzwischen auf der Mainstage spielten, begannen die Bühnenvorbereitungen auf der Painstage: GWAR war nun angesagt. Und das bedeutet viel Blut auf und neben der Bühne. Kaum jemand, der sich in die vorderen Reihen gewagt hat, ist "unverblutet" davon gekommen. Ein wahrer Augenschmaus für alle Liebhaber von Monsterkostümen - für die anderen höchstens einen Lacher wert.

Wie auch am Tag zuvor gab es auch auf der Partystage unzählige gute Acts. DISBELIEF, ORPHANED LAND, DYING FETUS und die anderen Vertreter der harten Musik versorgten die Festivalbesucher mit frischer Musik, bis die Stage mit LONG DISTANCE CALLING langsam die Pforten schloss.

Der letzte Tag: Festivalfeeling pur an diesem Samstag! Und wieder holt die Sonne die gebeutelten Metaller aus ihren Zelten. Deutlich weniger sind schon unterwegs in den Bühnenbereich, wo der Running Order von BE’LAKOR und THE FORESHADOWING angeführt wurde.

Sehr interessant wurde es ein wenig später auf der Mainstage, wo VAN CANTO Acapella mit ordentlich Schlagzeug vermischte und so diverse Covers nur mit Stimme zum besten gaben. Auf Dauer wünscht man sich aber dann doch wieder eine Gitarre herbei.  Und davon gibt es bei PSYCHOPUNCH genug. Die Vertreter des „Punk’n’Roll“ aus Schweden zeigten ihren Fans, was mit dem Album „The last Goodbye“ auf sie zu kommt.
Eine Wohltat für alle, die bisher vergeblich nach Frauenstimmen an diesem Open Air lauschten. Auf zur Painstage, wo LEAVES EYES als einzige Band mit Frontfrau die Bühne betraten.

Mainstage EISBRECHER. ihrem aktuellen Album Eiszeit. Crowdsurfen und Circlepits sind hier ja wohl obligatorisch!
Mit POISONBLACK wurde es nun auf der Painstage wieder etwas enger. Mit Einflüssen von Gothic Rock und Melodic Metal sind die Finnen einer der wenigen Vertreter dieses Genres an diesem Festival. Los, headbangen!

Wenn wir gerade beim Thema headbangen sind, sticht uns ein altbekannter Name ins Ohr: SEPULTURA beginnt auf der Mainstage! Seit bald 30 Jahren im Musikbusiness begeistert die Band auch heute noch zehntausende von Fans. Auch ohne Max Cavalera produzieren die vier Brasilier nach wie vor soliden Trash-Metal! Dank Klassikern wie „Arise“ konnten auch bei diesem Auftritt viele Kritiker besänftigt werden.

Und wieder die Finnen! Hoch die Krüge hiess es, als KORPIKLAANI wahre Feierstimmung zu verbreiten begann. Schön, dass auch „Spirit of the forest“ und „Bring us pints of beer” Bestandteil der Setliste war. Niemand konnte ruhig bleiben, so war innert wenigen Minuten alles in Bewegung und endete in einem riesigen Circle Pit. Manch einer durfte sich während dieser Zeit wie ein Waldmensch fühlen!

Wie bereits angekündigt war es nun Zeit für den Überraschungsact! Komiker BÜLENT CEYLAN betritt die Mainstage und unterhält die tobende Meute während guten 20 Minuten! Als er seine Worte „jetzt muss isch auch mal stage diving“  dann in die Tat umsetzte, war die Show perfekt!
DARK FUNERAL, SICK OF IT ALL auf der Mainstage.

Mehr als 25‘000 Metalheads bejubelten die Finnen von CHILDREN OF BODOM schon während dem ersten Song. Es ist nicht zu übersehen, dass die Jungs Freude an der Musik und an den Fans (ja, und andersrum) hatten. Quer durch das ganze Repertoire knallte CHILDREN OF BODOM einen nach dem anderen Hit in die Menge. Als Headliner des Abends eine gelungene Show und damit auch schon die letzte auf den Hauptbühnen.

Nicht nur vorne, sondern auch auf der Partystage ging so richtig die Post ab. Dafür sorgten den ganzen Tag Bands wie MAROON, EISREGEN und ASPHYX für feuchtfröhliche Stimmung im Zelt. Wer keine Lust auf die grossen Bühnen hatte konnte sich natürlich auch vor der Camel-Stage entspannen und diverse kleine Metal-Gigs geniessen.


Fazit:

Auch in diesem Jahr  dürfen sich die Organisatoren dieses Festivals ein grosses Lob entgegen nehmen. Friedliche Stimmung, ein abwechslungsreiches Billing, gutes Essen und verhältnismässige Preise sind nur einige Beispiele. Leider gab es etwas wenige Klos und der Weg bis auf das Campinggelände wurde unnötig in die Länge gezogen. Dennoch freuen wir uns auf ein weiteres, grossartiges Festival im nächsten Sommer!

Auch wir werden wieder vor Ort sein und das Festival Dokumentieren. Ausserdem werden wir euch im nächsten Jahr auch Fotos zeigen können!

 

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