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DEEP TRIP - Deep Trip PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Mai 2008 um 11:41 Uhr

Apocalyptica hat es vor gemacht - DEEP TRIP macht es weiter. Natürlich kommen nicht gleich drei Cellos zum Einsatz, dafür wirken Kontrabass und Geige bei diesen Gegebenheiten umso faszinierender.
Selten kann sich eine Schweizer Alternative Rock Band mit einem Debüt-Album die Gunst der Fans in rasantem Tempo sichern.

Die gleichnamige Scheibe "Deep Trip", produziert von Strong Reaction Music, macht schon vor dem Einlegen in den CD-Player den Eindruck, als gäbe es viel zu erzählen. Die auf das edle Digipak skizzierten Gestalten sehen mit gesenkten Köpfen traurig in die Tiefe.
Ein Blick in das Booklet verrät uns mehr über den Inhalt der Produktion: Ein abgehungerter Mensch, gefolgt von einem Maschinengewehr und ein Kruzifix, der als Steinschleuder missbraucht wird. Das Artwork lässt zudem vermuten, welche politische Botschaft Deep Trip übermitteln wollen.
Leider sind die Lyrics nicht ganz entsprechend der Reihenfolge der Tracks angeordnet, was allerdings zum rumblättern im Booklet einlädt.

Mit einem geheimnisvollen Intro geht es mit fliessendem Übergang zum ersten Song "Help Me". Schon am Anfang überzeugen die Musiker mit "Dreamer", einem Song, der mit folkigen Klängen und einer sanften Akkustik-Gitarre daherkommt. Erstmals kommt auch die kratzige, klare Whiskystimme gross heraus und sucht im Text nach einem Sinn, der hinter all der Zerstörung steht, die die Menschen jeden Tag vollbringen. Spätestens nach dem ersten Drumbeat ist aber klar, dass es sich nicht um Kuschelrock handelt.

Einen Schritt weiter geht "Soldier". Wir hören schwere Atmung, im Hintergrund die Geräusche eines erbitterten Krieges und immer präsenter werdende Cello-Klänge. Auch der Zynismus wurde nicht vergessen und geht mit "I wanna have five stars.." oder "Give me a gun..." wohl in Richtung derer Soldaten, die ohne Bedingung zur Waffe greifen und doch vergessen haben, worfür sie das eigentlich tun. Eine harte Botschaft, die man origineller nicht verpacken könnte.

Nach einem kurzen Zwischenstück, das Gefühle von Leid und Trauer verbreitet, rollt der Ball wieder rund.
"Hate" ist neben dem Schlusslicht "Fuck Yourself" auf jeden Fall die druckvollste Rocknummer auf dem gesamten Album. Also "Real Rock", vorsichtig gepaart mit einem Schuss Verzeweiflung - was für eine Mixtur.
Die Nummer neun auf dem Album hat hörbar mehr "Nickleback"-Charakter als die vorgehenden Stücke und ist genau wie "My Son" definitiv ein Stück, welches in die Charts oder zumindest ins aktuelle Radioprogramm gehört.

Deep Trip bilden mit Cello und Kontrabass einen soliden Hintergrund und die Akkustikgitarre und Violine bauen darauf abwechslungsreiche Melodien.
Obwohl das Schlagzeug zum Teil nur die allernötigsten Beats von sich gibt, fehlt zum Glück während den gesamten 53 Minuten Spielzeit das Gefühl eines unnötigen "Fillers". Neben den eingesetzten, klassischen Instrumenten, die auch in "Teardrops" sehr tragend sind, höre ich doch eine sehr pregnante Gitarre heraus, die dem gesamten Werk einen unglaublichen Druck verleiht.

Das Trio steht für Musik, die die Gedanken anderer Menschen aufrütteln. Alles mit selbst komponierter Musik und modernen, englischen Texten. Eine willkommene Abwechslung für alle Folk-Metal, Grunge und Akkustik-Fans!

Wer die Möglichkeit hat, Deep Trip live zu erleben, sollte das unbedingt tun. Die Band glänzt mit nicht ganz konventioneller Spielweise und hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck mit hohem Wohlgefühl!



Trackliste
01. Intro
02. Help Me
03. Carry On
04. Dreamer
05. Soldier
06. Intro II
07. Hate
08. Venom
09. Masters Of The Eath
10. My Son
11. Still Beautiful
12. Empty Gun
13. Teardrops
14. Nevermind
15. Fuck Yourself

Weitere Infos

www.deeptrip.ch
www.myspace.com/deeptripmusic

 

 

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